iOS 27.2 schließt mehr als 160 Sicherheitslücken auf dem iPhone
Apple hat gestern Abend iOS 27.2 und iPadOS 27.2 veröffentlicht. Neben funktionalen Änderungen enthalten die Updates zahlreiche Sicherheitskorrekturen. Laut den veröffentlichten Sicherheitsinformationen wurden mehr als 160 Schwachstellen behoben. Einige davon hätten Angreifern Zugriff auf sensible Nutzerdaten ermöglichen können.
- iOS 27.2 und iPadOS 27.2 schließen mehr als 160 Sicherheitslücken.
- Betroffen sind unter anderem Apple Intelligence, WebKit und die Mail-App.
- Mehr als 30 Korrekturen betreffen WebKit, rund 15 den Kernel.
- Apple meldet keine bekannte aktive Ausnutzung der Schwachstellen.
- Mit iOS 26.7.2 erhalten auch Geräte auf der älteren Systemversion Sicherheitsupdates.
Sicherheitslücke bei Apple Intelligence geschlossen
Eine der behobenen Schwachstellen betrifft Apple Intelligence. Laut Apples Sicherheitsdokumentation hätte ein Angreifer aus der Ferne unter bestimmten Umständen auf vertrauliche Nutzerdaten zugreifen können.
Die unter CVE-2026-86987 dokumentierte Sicherheitslücke wurde durch zusätzliche Berechtigungsprüfungen geschlossen. Entdeckt wurde das Problem von einem Sicherheitsforscher des Unternehmens Route Zero Security.
Auch die Funktion „E-Mail-Adresse verbergen“ war betroffen. Durch einen Fehler in der Mail-App konnte unter bestimmten Umständen die tatsächliche E-Mail-Adresse eines Nutzers offengelegt werden. Das ist besonders problematisch, da die Funktion eigentlich verhindern soll, dass Dienste und andere Empfänger die persönliche Adresse erfahren.
Apple hat den Fehler mit zusätzlichen Einschränkungen behoben. Die Schwachstelle wird unter CVE-2026-112500 geführt.
Mehr als 30 Schwachstellen in WebKit
Ein weiterer Schwerpunkt des Updates liegt auf WebKit. Die Browser-Engine wird unter anderem von Safari verwendet und verarbeitet die Inhalte von Webseiten.
WebKit ist die Browser-Engine, die unter anderem in Safari zum Einsatz kommt. Sie verarbeitet Webseiten und sorgt dafür, dass Texte, Bilder und interaktive Inhalte dargestellt werden.
Sicherheitslücken in WebKit können besonders kritisch sein, weil bereits der Besuch einer manipulierten Webseite ausreichen könnte, um einen Angriff auszulösen. Welche Folgen möglich sind, hängt von der jeweiligen Schwachstelle und den vorhandenen Schutzmechanismen ab.
Apple hat mehr als 30 Sicherheitsprobleme rund um WebKit korrigiert. Einige der Schwachstellen hätten es ermöglicht, durch manipulierte Webinhalte Schadcode auszuführen oder Speicherbereiche zu beschädigen.
Daneben wurden rund 15 Sicherheitsprobleme im Kernel behoben. Dabei handelt es sich um eine besonders sensible Komponente des Betriebssystems, da sie zentrale Systemfunktionen und den Zugriff auf Hardware und Speicher verwaltet.
Zu den dokumentierten Problemen gehören unter anderem Möglichkeiten, Schutzmechanismen zu umgehen, Informationen über den Systemspeicher auszulesen oder Speicherbereiche unzulässig zu verändern.
Auch KI-Unternehmen an der Fehlersuche beteiligt
Interessant ist die Beteiligung von Unternehmen aus dem KI-Bereich an der Entdeckung der Sicherheitslücken.
In Apples Sicherheitsdokumentation wird Anthropic Research bei drei behobenen Schwachstellen genannt. Bei vier weiteren Korrekturen taucht OpenAI als beteiligte Organisation auf.
Das zeigt, dass KI-gestützte Verfahren inzwischen auch bei der Suche nach Sicherheitsproblemen in Betriebssystemen und Browser-Engines eingesetzt werden.
Mehrere der mit iOS 27.2 behobenen Schwachstellen wurden außerdem von Forschern des Sicherheitsteams Calif entdeckt. Das Team hatte zuvor einen Jailbreak für das iPhone Duo demonstriert.
Keine aktiv ausgenutzten Sicherheitslücken bekannt
Trotz der hohen Anzahl behobener Probleme gibt es bislang keinen Hinweis darauf, dass eine der dokumentierten Schwachstellen bereits aktiv für Angriffe ausgenutzt wurde.
Apple weist in seinen Sicherheitsinformationen auf keine entsprechenden Vorfälle hin.
Die Veröffentlichung der technischen Details kann allerdings dazu führen, dass Angreifer gezielt nach Geräten suchen, auf denen die Sicherheitsupdates noch nicht installiert wurden.
Auch iOS 26 erhält Sicherheitskorrekturen
Wer noch nicht auf iOS 27 umgestiegen ist, muss für wichtige Sicherheitskorrekturen nicht zwangsläufig die neue Hauptversion installieren.
Apple hat parallel iOS 26.7.2 und iPadOS 26.7.2 veröffentlicht. Diese Updates enthalten zahlreiche vergleichbare Fehlerbehebungen und schließen ebenfalls verschiedene Sicherheitslücken.
iOS 27.2 steht für das iPhone 11 und neuere Modelle bereit. Die Aktualisierung lässt sich wie gewohnt über „Einstellungen“, „Allgemein“ und „Softwareupdate“ installieren.
Angesichts der zahlreichen geschlossenen Schwachstellen empfiehlt sich eine zeitnahe Installation.

Die hohe Anzahl bedeutet allerdings nicht automatisch, dass iOS zuvor besonders unsicher war. Sie zeigt zunächst, wie viele Probleme Apple mit diesem Update beseitigt hat. Dass auch Sicherheitsteams aus dem KI-Umfeld an der Entdeckung beteiligt waren, ist eine interessante Entwicklung.
Positiv ist zudem, dass Apple mit iOS 26.7.2 weiterhin Sicherheitskorrekturen für Nutzer bereitstellt, die noch nicht auf iOS 27 gewechselt sind.









